ki-im-e-commerce
01.10.2026 · Julia Ptitsyna
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Agentic Commerce: Die nächste Veränderung im Online-Handel
Erst half KI beim Produktvergleich, jetzt kommuniziert sie direkt mit dem Shop. Was Agentic Commerce für Online-Händler bedeutet – und wie Magento schon heute eine gute Grundlage dafür bietet.
Wie finden Kunden heute ein Produkt?
Noch vor wenigen Jahren war die Antwort einfach: Google.
Ein Kunde suchte beispielsweise nach „Laufschuhe Damen Größe 39", öffnete mehrere Online-Shops, verglich Produkte und Preise und entschied sich anschließend für einen Anbieter.
Heute beginnt die Produktsuche immer häufiger anders.
Statt zehn Shops selbst zu durchsuchen, kann der Kunde ChatGPT, Gemini oder einen anderen KI-Assistenten fragen:
„Ich suche Laufschuhe für Damen, Größe 39, hauptsächlich für Asphalt, maximal 150 Euro. Welche Modelle passen?"
Die KI übernimmt einen Teil der Recherche, strukturiert Informationen und schlägt passende Produkte vor.
Doch genau hier beginnt bereits die nächste Entwicklungsstufe im E-Commerce.
Von der Produktsuche zum AI Shopping Agent
Bisher hilft KI hauptsächlich dabei, Produkte zu finden und zu vergleichen.
Agentic Commerce geht einen Schritt weiter.
Ein AI Agent soll nicht nur Informationen über Produkte lesen, sondern direkt mit Online-Shops kommunizieren können.
Das bedeutet beispielsweise:
„Finde passende Laufschuhe in Größe 39 bis 150 Euro und zeige mir nur Modelle, die aktuell lieferbar sind."
Damit muss die KI nicht mehr versuchen, Informationen aus einzelnen Webseiten zusammenzusuchen. Der Shop kann Produktdaten strukturiert zur Verfügung stellen und konkrete Anfragen beantworten.
So verändert sich der Weg zum Kauf:
Früher: Google → Suchergebnis → Online-Shop → Produktsuche → Produkt → Warenkorb
Heute: KI-Assistent → Recherche → Produktempfehlung → Online-Shop → Kauf
Agentic Commerce: Kundenwunsch → AI Shopping Agent → Produktsuche in angebundenen Shops → Vergleich → Produktauswahl → Warenkorb
Warum Online-Händler sich damit beschäftigen sollten
Für Händler entsteht dadurch ein neuer Zugang zum eigenen Sortiment.
Bisher musste ein Produkt vor allem zwei Zielgruppen erreichen: den Kunden und die Suchmaschine.
Jetzt kommt eine dritte hinzu: den AI Agent.
Ein Mensch kann sich durch Kategorien klicken, Produktbilder betrachten und Texte interpretieren.
Ein AI Agent benötigt dagegen möglichst klare und strukturierte Informationen:
- Was ist das für ein Produkt?
- Welche Varianten gibt es?
- Welche Größe ist verfügbar?
- Wie hoch ist der aktuelle Preis?
- Ist der Artikel lieferbar?
- Welche Eigenschaften besitzt er?
- Welche Alternativen gibt es?
Je besser diese Informationen technisch zugänglich sind, desto besser kann eine KI das Sortiment verstehen.

Wie verändert sich Online-Shopping?
1. Search Commerce Kunde → Google → Suchergebnisse → Online-Shop → Produkt → Kauf
2. AI-assisted Commerce Kunde → ChatGPT / Gemini / AI Search → Recherche & Vergleich → Produktempfehlungen → Online-Shop → Kauf
3. Agentic Commerce Kunde beschreibt seinen Bedarf → AI Shopping Agent → kommuniziert mit verschiedenen Shops → prüft Produkte, Varianten, Preise & Verfügbarkeit → wählt passende Angebote → bereitet den Kauf vor
Der entscheidende Unterschied: Die KI führt nicht mehr nur zum Shop. Sie kann direkt mit dem Shop kommunizieren.
Wie kann ein AI Agent mit einem Magento-Shop sprechen?
Dafür entstehen derzeit neue technische Standards und Protokolle.
Einer davon ist das Model Context Protocol (MCP).
Vereinfacht gesagt kann man sich MCP als standardisierte Verbindung zwischen einer KI und externen Systemen vorstellen.
Ein Magento-Shop kann darüber bestimmte Informationen und Funktionen bereitstellen.
Der AI Agent könnte beispielsweise fragen:
„Welche Damen-Laufschuhe in Größe 39 unter 150 Euro sind aktuell verfügbar?"
Der Shop liefert eine strukturierte Antwort zurück.
Damit muss die KI nicht versuchen, eine Webseite wie ein Mensch zu lesen.
Sie erhält die benötigten Informationen direkt aus dem Commerce-System.
Daneben entwickeln sich weitere Standards wie UCP und WebMCP, die ebenfalls darauf abzielen, Commerce-Systeme für AI Agents zugänglich zu machen.
Bedeutet das das Ende von Google und SEO?
Nein.
Kunden werden weiterhin Google nutzen, Shops direkt besuchen, Newsletter öffnen, Social Media verwenden und klassische Produktsuchen durchführen.
Es entsteht vielmehr ein zusätzlicher Zugang zum Online-Shop.
Deshalb bleibt klassisches SEO wichtig. Gleichzeitig gewinnen strukturierte Produktdaten und die technische Lesbarkeit eines Shops für KI-Systeme an Bedeutung.
Aus SEO – Wie findet Google meine Produkte? wird zusätzlich die Frage: AI Commerce – Wie findet und versteht eine KI meine Produkte?
Magento bietet dafür eine gute Grundlage
Magento verwaltet bereits sehr viele Informationen strukturiert: Produktnamen, Kategorien, Attribute, Varianten, Preise, Lagerbestände und weitere Produktinformationen.
Diese Daten müssen nicht für jede KI neu gepflegt werden.
Die technische Aufgabe besteht vielmehr darin, ausgewählte Informationen und Funktionen kontrolliert für AI Agents zugänglich zu machen.
Magento bleibt dabei weiterhin das führende Commerce-System.
Der Händler entscheidet, welche Daten und Funktionen bereitgestellt werden.
Muss ein Online-Shop das heute schon haben?
Agentic Commerce befindet sich noch in einer frühen Entwicklungsphase. Standards, Plattformen und Möglichkeiten verändern sich aktuell sehr schnell.
Deshalb geht es heute nicht darum, einen bestehenden Shop vollständig für KI umzubauen.
Sinnvoll ist vielmehr zu prüfen:
- Sind unsere Produktdaten sauber strukturiert?
- Kann eine KI unsere Produkte eindeutig verstehen?
- Welche technischen Schnittstellen besitzt unser Shop bereits?
- Und wie könnte ein AI Agent künftig kontrolliert auf unser Sortiment zugreifen?
Denn die interessante Frage für Online-Händler lautet inzwischen nicht mehr nur: „Wie gut findet Google meinen Shop?"
Sondern zunehmend auch: „Kann ein AI Shopping Agent meine Produkte finden, verstehen und seinen Nutzern anbieten?"
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