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30.07.2025 · Julia Ptitsyna

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30.07.2025 · Julia Ptitsyna

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Barrierefreiheit im E-Commerce: Gesetz, Pflicht und echte Chance

Ab Juni 2025 gilt der European Accessibility Act auch für Online-Shops. Was viele als lästige Pflicht sehen, ist in Wahrheit eine echte Chance – für bessere UX und mehr Reichweite.

Seit Juni 2025 gilt der European Accessibility Act (EAA) für private Unternehmen – und damit auch für Online-Shops ab einer bestimmten Größe. Was viele als bürokratische Anforderung wahrnehmen, hat einen echten wirtschaftlichen Hintergrund.

Rund 15 % der Bevölkerung leben mit einer Behinderung. Wer seinen Shop nicht zugänglich gestaltet, schließt diese Zielgruppe aktiv aus.

Was Barrierefreiheit konkret bedeutet

Barrierefreiheit ist kein einzelnes Feature – es ist eine Eigenschaft des gesamten Systems. Die wichtigsten Anforderungen nach WCAG 2.1 (Level AA):

Tastaturnavigation: Alle Funktionen müssen ohne Maus bedienbar sein. Gerade Nutzer mit motorischen Einschränkungen sind darauf angewiesen.

Kontrastverhältnisse: Text muss gegen seinen Hintergrund kontrastreich genug sein. 4,5:1 für normalen Text, 3:1 für große Schrift.

Alt-Texte für Bilder: Produktbilder brauchen aussagekräftige Alternativtexte für Screenreader.

Formulare und Fehlermeldungen: Jedes Eingabefeld braucht ein Label. Fehlermeldungen müssen klar beschreiben, was zu tun ist.

Fokus-Indikatoren: Wer mit der Tastatur navigiert, muss immer sehen, welches Element gerade aktiv ist.

Warum es sich über die Pflicht hinaus lohnt

Barrierefreie Shops haben messbare Vorteile:

  • Bessere SEO: Strukturierter Code, Alt-Texte und klare Hierarchien helfen Suchmaschinen genauso wie Screenreadern
  • Höhere Conversion auf mobilen Geräten: Viele Barrierefreiheitsprinzipien verbessern auch die allgemeine Usability
  • Mehr Zielgruppe: Ältere Nutzer profitieren von größeren Touch-Targets, besserem Kontrast und klaren Strukturen

Erste Schritte für Shop-Betreiber

Ein automatischer Scan (z. B. mit dem WAVE-Tool oder Lighthouse) zeigt schnell, wo die größten Lücken sind. Viele Probleme – fehlende Alt-Texte, unzureichende Kontraste – lassen sich ohne großen Aufwand beheben.

Strukturelle Probleme in der Navigation oder im Checkout brauchen mehr Aufmerksamkeit. Hier ist es sinnvoll, eine Prüfung mit echten Nutzern durchzuführen.

Wenn Sie wissen möchten, wie Ihr Shop aufgestellt ist, können wir ein kurzes Accessibility-Audit durchführen.